Leider kein Golden Globe ging ja an Kiefer Sutherland, der als bester TV-Drama-Hauptdarsteller nominiert war. Fünf Emmys, die "TV-Oscars", gabs 2006 immerhin schon für die fünfte TwentyFour-Staffel. Die ist in Österreich derzeit auf ATV zu sehen. Leider ziemlich unter Ausschluss der TV-Öffentlichkeit, die zu Unrecht Jack Bauer verweigern.Natürlich polarisiert eine Serie wie TwentyFour extrem, denn man muss schon die eine oder andere Synapse ausschalten, um so manchen Logik-Unsinn ignorieren zu können. Zum Beispiel Turbo-Transport durch L.A. Wem das nichts ausmacht, kann die beste Staffel bis dato erleben. Jack wird so eindringlich wie noch nie dazu gezwungen, seine Motive und Taten moralisch zu hinterfragen.
Vor allem löst man sich aus dem selbst auferlegten klassischen Terroristen-Korsett. Nicht Islamisten oder Tschetschenen sind diesmal die wahren Bösen. Die Terror-Drahtzieher kommen nun von innen und nenne sich "Patrioten". Wenn Hollywood nur ansatzweise einen Spiegel der US-Gesellschaft ist, dann ist das, was kommenden Sonntag enthüllt wird, ein verdammt starkes Stück. Was, wird freilich nicht verraten. Einschalten lohnt sich also (wie immer)!
Witold Pryjda, TV-Tagebuch, Kleine Zeitung am 16.1.2007, Seite 51