6. Jänner 2008

"Verbrecherjagd mit trojanischem Pferd"

Zitat KleineZeitung 6. Jänner 2008, Leserforum (Seite 71), "Hier rede ich":
Damaris Oblak, 15,
aus Klagenfurt besucht die 6 B-Klasse des Bachmann Gymnasiums

Verbrecherjagd mit trojanischem Pferd

In Zukunft will die Polizei einen Computervirus einsetzen, um auf die Software Verdächtiger zugreifen zu können. Dieser so genannte "Trojaner" funktioniert ähnlich wie sein Namensgeber, das trojanische Pferd: Ohne es zu merken wird der Virus auf den Computer des Verdächtigen eingeschleust und kann dann wichtige Daten herausfinden. Es muss kein direkter Zugang zum Computer bestehen, der muss nicht einmal zur gleichen Zeit online sein, es reicht, einmal über die Platte zu scannen und die Informationen abzurufen.

Durchsucht werden dürfen nur jene Leute, die unter Verdacht stehen, Straftaten begangen zu haben, die mit mehr als zehn Jahren Gefängnis bestraft werden können. Die Behörden benötigen einen Durchsuchungsbeschluss, um den Virus einsetzen zu dürfen. Doch man kann sich auch vor diesem "Polizeivirus" schützen, mit einfachen Anti-Viren-Programmen. Zwar hat die Polizei eine Art "Hintertür" für diesen speziellen Virus von Programm-Herstellern gefordert, doch diese weigern sich, Hintertüren in ihre Programme einzubauen.

Auf den ersten Blick hört sich das wie eine Verletzung der Privatsphäre an, doch es ist eine gute Idee, denn es sind nur Leute betroffen, die eine Straftat begangen haben und selbst dann braucht die Polizei zuerst einen Durchsuchungsbeschluss, um den Computer zu untersuchen. Also braucht jemand, der keine Straftat begangen hat, nichts zu fürchten. Und vielleicht hilft es der Polizei ja wirklich, die Kriminalität etwas einzubremsen. Die meisten Verbrechen werden heutzutage durch das Internet geplant und wenn man dann Zugriff auf die Computer hat, könnte man die Verbrechen rechtzeitig stoppen. Andererseits ist es ein Vergehen, jemanden einen Trojaner zu schicken. Will die Polizei Verbrechen mit Verbrechen bekämpfen?
Autsch...